FAQ Mammadiagnostik Neuwied

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Leider steht zurzeit noch kein Aufzug zu unseren Praxisräumen zur Verfügung. Sofern Sie einen barrierefreien Zugang benötigen, können Sie sich für unseren Standort Koblenz unter 0261/13000-0 einen Termin vereinbaren.

Für das Mammographie Screening Programm Mittelrhein können Sie sich unter der Service-Hotline 06321-9674040 einen Termin am nächstgelegenen Screeningzentrum in Koblenz geben lassen.

FAQ – häufig gestellte Fragen

Wann ist eine Magnetresonanz-Mammographie (MRM, MR-Mammographie) sinnvoll?

Die MR-Mammographie ist das Verfahren mit der höchsten Sensitivität. Sie ist das einzige Verfahren, das eine Mammographie ersetzen kann. In folgenden Fällen ist ihr Einsatz besonders sinnvoll:

  • mammographisch und  sonographisch schwieriger oder unklarer Befund
  • bei Silikonimplantaten
  • nach brusterhaltender Operation (BET): Differenzierung zwischen Narbe und erneutem Auftreten des Tumors (Rezidiv). Nach Operation und Bestrahlung sollte die Untersuchung in den meisten Fällen frühestens nach 6 Monaten eingesetzt werden
  • bei einer axillären Lymphknotenmetastase eines Mammakarzinoms, ohne dass in der Brust ein entsprechender Tumor gefunden werden konnte
  • vor brusterhaltender Operation zur genauen Bestimmung der Tumorausdehnung, insbesondere bei lobulären Mammakarzinomen (lokales Staging)
  • Intensivierte Früherkennung bei familiärer Hochrisikoanamnese
  • zur Therapiekontrolle bei neoadjuvanter Chemotherapie (Monitoring)
Wie sicher ist die Diagnose mit Mammographie?

Das hängt sehr stark von der Dichte des Drüsengewebes ab. Die Sensitivität für solide Tumoren liegt zwischen 60% und 90%. Manche Tumore können aufgrund von Überlagerungseffekten nicht erkannt werden.   Deshalb kann bei dichtem Gewebe  eine ergänzende hochauflösende Sonographie sinnvoll sein.

Mit der modernen digitalen Vollfeldmammographie konnte die Sensitivität deutlich verbessert werden, und das bei geringerer Röntgendosis. Mit der Tomosynthese (DBT, digitale Brust-Tomosynthese) können bis zu 30 % mehr Tumore entdeckt werden.

Es hängt auch in sehr hohem Maß von der Erfahrung des/der befundenden Radiologen/Radiologin ab. Unsere BefunderInnen befunden jedes Jahr mindestens 5000 Mammographien, alle Mammographien werden doppelt befundet.

Mikrokalzifikationen, die durch Brustkrebsvorstufen (DCIS) gebildet werden, lassen sich mammographisch auch in dichtem Gewebe sicher detektieren.

Zusammenfassend sind für eine möglichst hohe Sensitivität der Mammographie folgende Faktoren entscheidend:

  • modernste (volldigitale) Geräte
  • arbeitstägliche Überwachung der Qualitäts-Parameter
  • optimale Einstelltechnik durch gut ausgebildete Fachkräfte
  • Befundung durch erfahrene Ärztinnen/Ärzte
  • Vergleich mit Voraufnahmen
Kann eine Ultraschall-Untersuchung eine Mammographie ersetzen?

Die hochauflösende Sonographie der Brust ist eine hervorragende Methode zur Untersuchung der weiblichen Brust. Bei sehr dichtem Drüsengewebe werden manchmal Tumoren nur durch die Ultraschalluntersuchung entdeckt, da sie in der Mammographie von dem umgebenden Gewebe überlagert werden. Sie kann die Mammographie jedoch nicht ersetzen, da Tumoren viel häufiger nur mammographisch erkannt werden. Dies gilt insbesondere für sehr kleine Tumore und solche, die nur durch Bildung feinster Mikroverkalkungen auffallen. Die Verkalkungen sind mit circa 60-80 µm viel kleiner als die Auflösung des Ultraschalls.

Bei  jungen Patientinnen (unter 40) kann die Mammographie wegen der höheren Strahlenempfindlichkeit nicht primär eingesetzt werden. Hier ist die Mamma-Sonographie die erste Wahl. Dies gilt natürlich auch in der Schwangerschaft.

Die Qualität einer Mamma-Sonographie ist in sehr hohem Maße von der Erfahrung des Untersucher/der Untersucherin abhängig. Auch die Qualität des Ultraschall-Gerätes ist entscheidend; es sollten nur High end-Geräte mit hochauflösenden Schallsonden (14-18 mHz) eingesetzt werden.

Mammographie: Warum muss die Brust bei der Aufnahme so fest komprimiert werden?

Die Kompression ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Untersuchung. Die Kompression sollte nach den Leitlinien mindestens 100 Newton betragen.

Erleben Sie eine Mammographie als besonders angenehm, stimmt irgendetwas nicht. Die Mammographie wird den Qualitätsanforderungen nicht genügen, denn eine adäquate Kompression garantiert folgende hoch relevanten Faktoren:

  • Ausgleich der unterschiedlichen Brustdicke, so dass alle Gewebeabschnitte gleichmäßig dargestellt werden
  • „Aufspreizung der Gewebsstrukturen, so dass Überlagerungseffekte reduziert werden
  • Reduktion der Strahlenexposition und Streustrahlung
  • Fixierung der Brust zur Vermeidung von Bewegungsunschärfe

Eines ist ganz sicher: Die Kompression der Brust ist völlig unschädlich!

Die Erstellung einer guten Mammographie ist ein Gemeinschaftswerk zwischen Fachkraft und Patientin. Wenn Sie sich ihr anvertrauen und möglichst entspannt durch die Untersuchung gehen, wird die Mammographie gut gelingen.

Ist die Mammographie schädlich?

Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung und kann theoretisch Brustkrebs auslösen. Das Risiko ist aber bei moderner Technik und im Vergleich zu früher deutlich reduzierter Strahlenbelastung gering.

Entscheidend ist das Lebensalter. Die Strahlenempfindlichkeit der Brust nimmt  im Laufe des Lebensalters ab. Da die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, mit steigendem Lebensalter zunimmt (der Altersgipfel ist das 65ste Lebensjahr), werden mammographische Untersuchungen insbesondere bei den entsprechenden Altersgruppen durchgeführt. Ab dem 40sten Lebensjahr überwiegt der Nutzen der Mammographie das mögliche (statistische) Risiko.

Bei Patientinnen jünger als 40 Jahre kommt die Mammographie daher nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.

Welche Frauen haben ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken?
  • Frauen mit familiär gehäuftem Auftreten von Brustkrebs und Eierstockkrebs. Je nach Risikokonstellation ist eine Beratung in einem der Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs sinnvoll. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: https://www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/
  • nach überstandenem Brust- oder Eierstockkrebs besteht ein erhöhtes Risiko für eine Zweiterkrankung.
  • nach einer Strahlentherapie des Brustkorbs, zum Beispiel nach einem Lymphom
  • Fortgeschrittenes Lebensalter ist ein Hauptrisikofaktor
  • nach langjähriger Hormonersatztherapie (HET, HRT)
Wie häufig sollte eine Mammographie erfolgen?
  • Ab dem 50. Lebensjahr wird eine Mammographie im Screening-Programm alle zwei Jahre empfohlen, sofern kein familiäres Risiko vorliegt. Bei familiärem Risiko sollte eine Mammographie jährlich erfolgen, ggf. ergänzt durch Ultraschall
  • Ab dem 40. Lebensjahr überwiegt der Nutzen einen potentiellen Schaden. Ob in diesem Alter eine Mammographie durchgeführt werden sollte, hängt vom Einzelfall ab. Beispiele sind ein neu aufgetretener Tastbefund oder ein familiär erhöhtes Risiko
  • Nach einer überstandenen Brustkrebs-Erkrankung jährlich